Leseprobe

Weicheier.com.







Presse-Agentur


arme Hunde in Spanien


Presse-Agentur

AKTUELLES schreibe ich nun täglich auf: http://radio-schwachsinn.blogspot.com/

EXCLUSIV: Auszug aus Freddy Rabak´s neuen Buch:

Ordnungshüter
Blödheiten können köstlich sein,
Blödheit nicht.
Alberto Moravia

Sterne strahlen, weil sie Himmelskörper sind und von der Sonne zum strahlen gebracht werden. Die Stars auf unserer Erde strahlen auch, weil sie riesige Summen kassieren und der Rest der Menschheit für sie die Sonne spielt. In diesem irdischen "Universum" gibt es auch sehr viele schwarze Löcher. Unberechenbare und alles verschlingende Menschen, die man auf den Umlaufbahnen von Bars und Partys begegnet. Doch was ist mit jenen Phänomenen, die sich für andere aufopfern, ohne in den Schlagzeilen zu stehen? Wie Filzlaus- oder Fußpilzzüchter, um nur einige zu nennen. Wer denkt auch an den einfachen Installateur, der im Schweiße seines Angesichtes unsere Häuser vor Überschwemmungen bewahrt, und in finsteren und feuchten Kellern, von Ratten, Spinnen und Kakerlaken bedroht, einen Rohrbruch behebt? Oder die Immobilienmakler, die selbst bei 40° Hitze mit Krawatte und Anzug unentwegt versuchen uns mit Waben in Termitenbauten glücklich zu machen?
Auch Heiratsvermittler vermitteln vielen Menschen Glück. Zumindest dejenigen, bei denen sie das Geld ihrer Unvermittelbaren ausgeben. Aber wenn ein einsamer Komet seinen Schweif nicht mehr unter Kontrolle halten kann und einen weichen Landeplatz sucht...

Polizisten hätte ich in dieser Galaxie unsichtbarer Sterne fast vergessen. (In Amerika tragen sie wenigstens Sterne auf der Brust) Kein Wunder, hatte ich doch eine lange Zeit ein ziemlich gestörtes Verhältnis mit diesen Herren, doch mit der Zeit und dem fortgeschrittenem Alter (ein Fortschritt, denn kein Mensch benötigt) muß (oder sollte) man umdenken. Irgendwie ist der Job des Bullen oder Kieberer´s sehr automatisiert und verlangt einige Voraussetzungen: Man soll nicht sehr viel denken und nicht zu viel bewegen. (nicht körperlich gemeint, sondern gesellschaftlich!) Ein Beispiel:

1938 schafften es viele Polizisten, wie auch Militärs im Laufe ihrer Dienstzeit, auf vier verschiedene Repräsentanten der jeweiligen Macht angelobt zu werden. Sie schworen Kaiser Franz Joseph, Kaiser Karl, dem Ständestaat und schließlich Adolf Hitler die Treue zu halten. Manche schafften auch noch den Schwur auf die zweite Republik Österreich. Auf Befehl, den bisherigen Freund als politischen Feind oder umgekehrt zu sehen, wäre für mich nicht nachvollziehbar. Genausowenig einen Menschen zu schützen, den ich persönlich als Feind der Menschheit ansehen würde. Ich könnte auch nicht gegen einen Demonstranten vorgehen, der den Bau von Atomkraftwerken verhindern will. Na ja, hatte ich scheinbar doch Glück, kein Beamter zu werden, auch wenn Ordnung sein muß.
Über die Ordnung vor meiner Wohnung wacht der Hausbesorger. Nur verdient der Hausmeister mehr als der Polizist!
Also rundherum wird be-und auf- und gewacht.
Tag und Nacht. Bei Sturm, Regen, Hagel, Schnee und Sonnenschein. Sie strecken bei jedem Wetter ihre schnüffelnden Nasen in den Wind, nehmen Witterung auf und markieren trotzdem keine Ecke. Auch keinen Baum oder Laternenpfahl.
Unsere Polizei.
Die letzten Ritter des Atomzeitalters. Die sagenumwitterten Helden unzähliger Kottan-Folgen und Tatortsendungen. Die grüngewandeten Jäger im Großstadtdschungel. Sei es auf der Pirsch nach falsch geparkten Autos oder abgelaufenen Pickerln. Sie halten diese Monster im Zaum, lauern ihnen an Kreuzungen und unübersichtlichen Stellen auf und ziehen blitzschnell.
Ihre Schlüsse und den Schreibblock.
Auch der Kuli sitzt locker bei diesen rauhen Gesellen.
Doch sie kommen auch anderen Aufgaben nach. Gefährlichen.
„Radio Blödsinn" war dabei, als Revierinspektor Karl I. nach einer anstrengenden Nacht Zeit fand, über seinen harten, aufopfernden Job zu plaudern.
Doch vorher noch eine Werbeeinschaltung.
„Dies ist eine belangte Sendung des Innenministeriums. Wenn Sie das nächstemal von einem freundlichen Polizisten aufgehalten werden, weil Sie nicht angeschnallt im Auto sitzen oder vielleicht eine alte Frau betrunken überfahren haben, schauen Sie dem Gesetzeshüter doch einmal in die müden Augen, in ein von Sparpaketen gezeichnetes Gesicht. Betrachten Sie die vom vielen Schreiben geschwollenen Finger und die platten Füße vom vielen Laufen! Dann werden Sie keine goldene Brille vor seinen übermüdeten Augen, kein protziges Ringerl auf den schwieligen Händen und kein Goldketterl am verkropften Hals sehen! Warum? Sie kassieren Strafen und dürfen nicht einmal ein paar Prozente behalten, wie es jeder Kellner darf! Schluß mit dieser kriminellen Diskriminierung von „Kriminellen-Betreuern". Darum machen sie mit bei der Aktion „Ein Herz für Polizisten!" von „Radio Blödsinn". Da unsere Beamten trotz Unterbezahlung ihrer gefährlichen und anstrengenden Tätigkeit für unser aller Wohl nachkommen, ersuchen wir Autofahrer und Randalierer bei der Bezahlung ihrer Strafe eine kleine, angemessene Spende beizufügen.
Auch der Polizist, der Sie gerade beim Schnellfahren oder Ladendiebstahl ertappte, hat eine Familie. Er geht einem Hobby nach und hat finanzielle Sorgen und Probleme. Wie vielleicht auch Sie.
Zaubern Sie doch ein Lächeln der Freude in sein trauriges Gesicht. Zeigen Sie ihm ihr Verständnis und applaudieren Sie, oder klopfen Sie ihm ruhig einmal anerkennend auf die gebeugten Schultern. Auch wenn er Ihr Auto abschleppen läßt oder Sie anzeigt. Als Ordnungshüter, das sagt schon der Name, muß er ja für Ordnung sagen. Er steht doch nicht gerne im Winter in einem Schneehaufen und schreibt mit klammen Fingern ein Strafmandat! Diese Männer suchen Anerkennung und wollen für ihren Fleiß belohnt werden. Sie kommen nur ihrer Pflicht nach und opfern oft ihr Familienleben für uns und sichere Straßen.
Wenn der Beamte Ihre Alkoholprobleme nicht versteht, laden Sie ihn ruhig einmal auf ein Glaserl Wein oder auch mehr ein! Zeigt er sich bei Drogenproblemen verständnislos, rauchen Sie doch einfach ein Jointerl mit ihm. Er wird jede Einladung dankbar annehmen.
Der Beamte versteht nicht, warum Sie einbrechen gehen? Zeigen Sie ihm ein Foto mit ihrer hungernden und frierenden Familie und teilen Sie brav die Beute mit ihm ab, dann kann auch dieses Mißverständnis behoben werden.
Nur bei Raub, Mord und Sexualdelikten ersuchen wir Sie die Sensibilität unserer Beamten zu beachten.
An dem Problem wird aber von Psychologen bereits gearbeitet.
Dein Polizist zum Angreifen. (Nicht tätlich!) Dein Kieberer, Dein Kumpel!
Also spenden Sie fleißig. Damit die Polizei auch noch morgen helfen kann.
Das war eine Belangsendung des Innenministeriums. "Radio Blödsinn" übernimmt dafür keine Verantwortung. Wenn jetzt einer ins „Häfen" muß, ist es ganz alleine der Autor"
Zwischen Chefreporter Blödmann und Starreporter „Mad" Bock entsteht eine lautstarke Auseinandersetzung, die in einer Rauferei endet. Keiner will die Belange für die Belangsendung übernehmen, um nicht belangt zu werden.
Eben schrie einer der beiden nach der Polizei...
Wir schalten unterdessen in ein einsames Wachzimmer zu einem noch einsameren Polizisten.


Sie interessieren sich für eine Transatlantik Kreuzfahrt

•••  Freddy Rabak-Denia/Spanien/Wien/Austria mail: filosoferl@yahoo.de
º www.weicheier.com º